Augustus und die Stadt aus Marmor
Eine kleine Geschichte aus dem alten Rom
Vor über zweitausend Jahren, als der Großteil Europas von den Römern beherrscht wurde, lebte ein Mann, der das größte Reich der Antike regieren sollte: Kaiser Augustus.
Geboren wurde er als Gaius Octavius – aber bald wurde er der Adoptivsohn von Julius Caesar, und als dieser ermordet wurde, trat Augustus an seine Stelle.
Augustus war ein besonderer Mann: er war klug, geduldig und sehr entschlossen. Und so wurde aus einem jungen Mann ein Kaiser – der erste überhaupt.
Damals war Rom eine unruhige Stadt, voller Streit und Kriege. Aber Augustus wollte Frieden.
Er nannte ihn den »Pax Romana«, den römischen Frieden. Unter seiner Herrschaft wurden Straßen gebaut, Aquädukte errichtet, Theater eröffnet und Tempel verschönert.
»Ich habe eine Stadt aus Ziegeln vorgefunden und sie aus Marmor hinterlassen«, soll er einmal gesagt haben.
Er mochte auch keine prahlerische Kleidung, sondern trug meist eine einfache Toga. Und auch in seinem Wesen blieb er ein einfacher Mann des Volkes und achtete darauf, dass es allen besser ging. Er ließ auch Gesetze ändern, Gedichte fördern und sogar Sterne deuten.
Und viele Jahre lang sprach man in Rom: »Seit Augustus fühlt sich alles sicherer an.«
Noch heute finden wir seinen Namen überall: im Monat August, auf alten Münzen – und in den Geschichten, die von einem Mann erzählen, der aus einer Stadt aus Ziegeln eine Stadt aus Marmor machte.
