Der Koloss am Meer

Eine kleine Geschichte von einer Insel aus der Antike

Vor über zweitausend Jahren, als Schiffe noch mit Segeln fuhren und die Sterne als Wegweiser galten, gab es eine Insel im Mittelmeer, die man Rhodos nannte. Es war eine sehr berühmte Insel und die Menschen dort waren stolz, mächtig und sehr geschickt im Bauen.

Eines Tages gewannen sie einen wichtigen Kampf. Zur Erinnerung daran wollten sie etwas Großes erschaffen. Etwas, das alle sehen konnten.

Also taten sie etwas Unglaubliches: Sie bauten eine riesige Statue! Die Statue zeigte Helios, den griechischen Sonnengott, mit einem Strahlenkranz auf dem Kopf und einem Mantel aus Bronze. Und das Unglaubliche: Sie war so groß, dass Schiffe zwischen ihren Füßen hindurchsegeln konnten.

Man nannte diese Statue den Koloss von Rhodos. Stell dir mal vor, er war fast so hoch wie ein modernes Hochhaus! Und wer mit dem Schiff nach Rhodos wollte, sah ihn schon von Weitem, wie er glänzend über dem Hafen wachte.

Doch der Koloss stand leider nicht für immer. Etwa 60 Jahre nach seiner Erbauung erschütterte ein schweres Erdbeben die Insel und die große Statue stürzte ins Meer.

Aber auch wenn er heute nicht mehr steht, wissen wir noch von ihm. Denn der Koloss von Rhodos war eines der sieben Weltwunder der Antike – ein Zeichen dafür, was Menschen erschaffen können, wenn sie gemeinsam an etwas glauben.