Der Mann auf der Insel

Eine kleine Geschichte über Robinson Crusoe und seinen Erfinder

Vor etwa 300 Jahren, als es noch keine Flugzeuge gab und viele Teile der Erde auf Karten nur weiße Flecken waren, lebte in England ein Mann, der wunderbare Geschichten erfand – von Abenteuern, von fernen Ländern und von einem Mann, der ganz allein auf einer Insel lebte.

Sein Name war Daniel Defoe.

 

Defoe war kein reicher Mann und er schrieb über alles, was ihn interessierte: Politik, Handel, Reisen, vor allem aber Phantasiegeschichten. Eines Tages hörte er von einem schottischen Matrosen namens Alexander Selkirk, der nach einem Streit mit dem Kapitän allein auf einer einsamen Insel zurückgelassen worden war und dort vier Jahre lang überlebte, bis er gerettet wurde.

Diese Geschichte ließ Daniel Defoe nicht mehr los. Er setzte sich an seinen Schreibtisch und begann zu schreiben. Aber nicht über Selkirk, sondern über einen Mann, den er sich selbst ausgedacht hatte: Robinson Crusoe.

 

Robinson strandet nach einem Schiffsunglück auf einer verlassenen Insel. Dort muss er sich alles selbst erarbeiten: Feuer machen, jagen, Vorräte anlegen und sogar mit seinen eigenen Händen ein Haus bauen.

Und nach vielen, vielen Jahren, als er fast schon vergessen hatte, wie ein anderes Gesicht aussieht, begegnet er einem Mann, den er Freitag nennt. Und die beiden lernen, miteinander zu leben.

 

Als das Buch erschien, war es ein riesiger Erfolg. Denn zum ersten Mal lasen die Menschen eine Geschichte, die nicht von Rittern, Königen oder Zauberern handelte, sondern von einem gewöhnlichen Mann, der auf einer Insel strandet und überlebt, weil er klug, mutig und geduldig ist.

Heute sagen viele, dass Robinson Crusoe der erste moderne Roman war. Und noch immer träumen Kinder und Erwachsene davon, wie es wohl wäre, ganz allein auf einer Insel zu leben, als Gefährten nur das Meer, den Wind und die eigenen Gedanken.