Die verschwundene Katze
Eine kleine Geschichte aus der Malerei
Kennst Du Raphael? Er war einer der berühmtesten Maler der Renaissance in Italien. Schon als junger Mann malte er wunderschöne Bilder von Maria und dem Jesuskind – sanft, freundlich und voller Licht. Und einmal hatte er eine besondere Idee: Er wollte eine Katze mit ins Bild nehmen.
In einer seiner Skizzen sieht man es ganz deutlich: Maria hält das Jesuskind auf dem Schoß, und das Jesukind hällte eine kleine, getigerte Katze im Arm. Ganz so, als gehöre sie zur Familie.
Aber als Raphael das Gemälde später fertigstellte, war die Katze verschwunden! Niemand weiß genau, warum. Vielleicht ist sie ihm während der Arbeit davongelaufen. Vielleicht fand er, dass sie zu verspielt war für das ernste Bild. Oder sie wollte einfach nicht stillsitzen und er konnte sie nicht malen.
Die Zeichnung mit der Katze gibt es bis heute und sie hängt im Ashmolean Museum in Oxford. Und jedes Mal, wenn jemand sie anschaut, fragt er sich: Was wäre, wenn Raphael sie nicht weggelassen hätte?
Was meinst du: Würde eine Katze in ein Heiligenbild passen? Und wenn du selbst malen dürftest – würdest du ein Tier dazuschmuggeln?
