In 80 Tagen um die Welt

Oder: Als das Abenteuer auf die Schiene kam

Vor gar nicht so langer Zeit (zumindest, wenn man die ganze Menschheitsgeschichte betrachtet) gab es noch keine Flugzeuge, keine schnellen Autos und keine Reisen, die man in wenigen Stunden hinter sich brachte. Damals begannen die Eisenbahnen gerade erst, Städte und Länder miteinander zu verbinden. Und in dieser Welt lebte in London ein Mann namens Phileas Fogg.

 

Phileas Fogg war kein Abenteurer, wie man ihn sich vorstellt. Er war ordentlich, ruhig und pünktlich bis auf die Sekunde. Jeden Tag tat er zur gleichen Zeit die gleichen Dinge. Doch tief in seinem Inneren schlummerte etwas, das kaum jemand vermutet hätte: die Lust auf ein großes Abenteuer.

 

Eines Abends saß Fogg mit einigen Bekannten in seinem Club, als sie über neue Verkehrsmittel und ferne Länder sprachen. Da sagte Fogg etwas, das alle zum Lachen brachte: Man könne die ganze Welt in nur 80 Tagen umrunden.

Die anderen schüttelten die Köpfe. Unmöglich! Viel zu weit, viel zu gefährlich, viel zu langsam. Doch Phileas Fogg blieb ernst. Er schloss eine Wette ab und noch am selben Abend brach er auf. An seiner Seite war sein Diener Passepartout, der von dieser Entscheidung völlig überrascht wurde, aber ihm mutig folgte.

 

Ihre Reise führte sie mit Zügen, Schiffen und anderen Verkehrsmitteln rund um den Globus. Sie fuhren von England nach Ägypten, weiter nach Indien, durch Asien und über das Meer nach Amerika. Sie überquerten Wüsten, kämpften sich durch den Dschungel und standen immer wieder vor unerwarteten Hindernissen. Züge fuhren zu spät, Schiffe legten nicht ab, und manchmal schien alles verloren.

Doch immer wieder fanden sie einen Weg weiter. Sie begegneten fremden Menschen, hörten neue Sprachen und sahen Landschaften, wie sie sie sich zuvor nie hätten vorstellen können. Schritt für Schritt begriffen sie, wie groß, vielfältig und überraschend die Welt ist.

 

Am Ende kehrten sie zurück – erschöpft, verändert und um viele Erfahrungen reicher. Und tatsächlich rechtzeitig – die Wette war gewonnen!

Doch wichtiger als der Sieg war etwas anderes. Die Reise hatte ihnen gezeigt, was Mut bedeutet, wie wertvoll Vertrauen ist und wie sehr ein Mensch wächst, wenn er den sicheren Alltag verlässt.

 

Bis heute begeistert Jules Vernes Geschichte Menschen auf der ganzen Welt. Sie erinnert uns daran, dass es beim Reisen nicht nur darum geht, pünktlich anzukommen, sondern darum, unterwegs zu sein und mit offenen Augen die Welt zu entdecken.