Lully und der Taktstock des Königs

Eine kleine Geschichte aus der Welt der Musik

Vor vielen hundert Jahren, als in Frankreich noch ein König herrschte und Männer Perücken trugen, lebte in Paris ein Mann, der mit seiner Musik einen ganzen Hof zum Tanzen brachte: Jean-Baptiste Lully.

Dabei war er gar kein Franzose, sondern stammte aus Italien und hieß eigentlich Giovanni Battista Lulli. Er kam als junger Mann nach Frankreich, lernte schnell die Sprache und noch schneller, wie man Musik schreibt und die Menschen begeistert.

 

Lully spielte Violine, komponierte Ballettmusik, leitete das Hoforchester und wurde bald der wichtigste Musiker am Hof von König Ludwig XIV., dem Sonnenkönig. Wenn Lully seine Musik aufführte, klang der ganze Hof nach Glanz und Bewegung. Sogar der König tanzte mit und bald war Lully der Mann, dem man vertraute, wenn eine neue Oper oder ein königliches Fest anstand.

 

Aber Lully war nicht nur ein Komponist, er war ein echter Taktgeber. Und das wortwörtlich! Denn damals schlug der Dirigent den Takt noch mit einem schweren Stab auf den Boden, damit ihn alle hörten.

Doch eines Tages passierte etwas Schreckliches: Lully traf sich aus Versehen selbst am Fuß! Zuerst dachte man, dass es die kleine Wunde nicht so schlimm sei. Doch sie entzündete sich, und Lully wollte sich nicht behandeln lassen. Und wenige Wochen später starb er – an seiner eigenen Musik, sagte man später.

 

Doch seine Werke leben weiter. Noch heute spielen Musiker seine Opern, seine Tänze, seine festlichen Märsche und erinnern sich an den Mann, der dem Sonnenkönig den Takt vorgab.