Marc und das Fenster voller Farben
Eine kleine Geschichte aus der Welt der Kunst
Vor etwa hundert Jahren lebte ein Mann, der Farben so liebte, als wären sie Musik: Marc Chagall. Er wurde in einem kleinen Ort geboren, in dem die Menschen in einfachen Holzhäusern lebten und alte Geschichten von Engeln, Tieren und Träumen erzählten.
Chagall nahm all diese Bilder in sich auf, merkte sie sich und als er älter wurde, begann er zu malen. Aber die Menschen waren überrascht, denn seine Bilder sahen anders aus als die vieler anderer Maler: Kühe schwebten am Himmel, Geiger tanzten über Dächer, Menschen schauten in die Sterne und alles war voller Poesie und Wunder.
Chagall sagte: »Ich male nicht die Dinge, wie sie sind – sondern wie ich sie träume.« Und genau das taten auch seine Farben: Sie träumten sich in die Herzen der Menschen.
Viele Jahre später wurde er gebeten, Fenster für Kirchen zu gestalten. Und das tat er gerne und er schuf große, leuchtende Glasbilder, durch die das Sonnenlicht in bunten Strahlen fiel.
In Frankreich, Deutschland, sogar in Jerusalem – überall leuchteten seine Farben nun nicht mehr nur auf Leinwänden, sondern auch hoch oben in den Fenstern aus Glas.
Aber er zeigte dort nicht nur biblische Szenen, wie man es gewohnt war, sondern auch Darstellungen von Frieden, Liebe und Hoffnung – und das alles mit Vögeln, Engeln, Blumen, blauen Pferden und goldenen Händen.
Und wer heute in eine dieser Kirchen tritt, steht nicht einfach vor einem Fenster – sondern mitten in einem leuchtenden Traum.
